Predigt von Anke Ballhausen im Saisoneröffnungsgottesdienst am 27.07.2013


Predigt für den 1. ökumenischen Saisoneröffnungsgottesdienst am 27.07.2013 in der St. Joseph-Kirche in Gelsenkirchen-Schalke
  •   ganz dick steht auf den Flyern und Plakaten das Wort: „Anstoß“
  •   das meint zum einen eine Anregung, einen Impuls, einen Auslöser oder eben
    auch den Beginn eines Fußballspiels
  •   aber nicht nur beim Fußball begegnet uns das Wort „Anstoß“
  •   sondern auch in der Wendung „der Stein des Anstoßes sein.“
  •   das bedeutet Ärger, etwas, über das man sich aufregt, wovon man
    ausgebremst wird
  •   Die Bedeutung des Wortes „Anstoß“ bewegt sich also zwischen den
    Bedeutungen „Auslöser“ und „Ärgernis“
  •   dahinter steht vielleicht die Erfahrung, daß man dann, wenn man etwas
    anstößt, etwas Neues beginnt, oft genug auch Ärger bekommt...
  •   das kennt ihr bestimmt aus eurem eigenen Leben und das wußte Jesus auch
    sehr genau!
  •   Jesus war und ist bis heute der Stein des Anstoßes
  •   er unterbricht unser gewohntes Leben
  •   er stellt sich uns in den Weg
  •   und Jesus sagt zu uns: »Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.
    Niemand kommt zum Vater außer durch mich. (Joh 14,6)
  •   an Jesus darf/kann/soll man Anstoß nehmen
  •   er provoziert – damals wie heute
  •   er stört die selbstzufriedene Ruhe,
  •   er holt uns sehr gerne aus unserem Wohlfühl-Glauben heraus
  •   er wird zum Ärgerniß, genau wie der Stein über den man stolpert, an dem
    man sich den Fuß verletzt
  •   heute ist es anstößig, offen und klar seinen Glauben zu leben und dann auch
    noch darüber zu reden!
  •   Da bekommt man dann zu hören: “Geht das nicht ein bißchen leiser?! Muß
    das denn sein?! Mußt du immer und überall über Gott reden – jetzt sogar beim
    Fußball!!!“
  •   ganz ehrlich: ich wurde im Vorfeld dieses Gottesdienstes belächelt, manche
    haben den Kopf geschüttelt und christliche Freunde haben ganz deutlich
    gesagt, daß Gott ihrer Meinung nach nun wirklich nichts mit Fußball zu tun hat
  •   seht ihr das auch so?
  •   ist das vielleicht auch eure Gottesvorstellung?
  •   Sonntags in der Messe, im Gottesdienst – ja, da ist Gott dabei
  •   in der Bibelstunde, im Hauskreis – na klar!
  •   Aber sonst???
  •   ich verrate euch mal was – ALLES in eurem Leben hat mit Gott zu tun!
  •   In jeder Sekunde unseres Lebens und ganz egal, wo wir auch sind, wir sind
    immer „Mit Gott unterwegs“
  •   und das ist ja doch genau das Schöne!!!
  •   Gott läßt uns nicht allein
  •   niemals
  •   Andrea Schwarz hat einen wunderschönen Text geschrieben: Du bist bei mir alle Tage, alltags
    Du bist mein Gott des Alltags
    dann darf ich dir bitte schön auch meinen Ärger

    über die hohe Reparaturrechnung
    die Freude über den Fischreiher
    meine Einsamkeit heute abend
    und den zerrissenen Schuhbändel übergeben. Und jetzt beschwer dich nicht, so sieht mein Alltag aus

  •   wir Schalker könnten das auch ein wenig umformulieren: Du bist bei mir alle Tage, alltags
    Du bist mein Gott des Alltags
    dann darf ich dir bitte schön auch meinen Ärger
    über das verlorene Heimspiel des FC Schalke 04
    die Vorfreude auf eine zukünftige Deutsche Meisterschaft meine Trübsal beim Blick auf die Bundesligatabelle
    und die am 19.05.2001 vor Wut zerdepperte Kaffetasse übergeben Und jetzt beschwer dich nicht, so sieht mein Alltag aus

  •   wir freuen uns in der Arena nicht alleine über tolle Tore
  •   wir jubeln nicht alleine über Siege
  •   wir feiern nicht nur mit 60.000 Fußballverrückten auf Schalke, da ist auch Gott
    mitten dabei
  •   und Gott ist auch in der Niederlage
  •   in der Niederlage auf dem Platz und in der Niederlage in Deinem Leben
  •   aber Gott geht noch sehr viel weiter - sogar im Tod ist er bei Dir!
  •   „Wer auf ihn vertraut, wird nicht zugrunde gehen“ hörten wir in der Lesung (1
    Petr 2,4-9)
  •   Immer und überall ist Jesus an Deiner Seite!
  •   Wenn Du es willst!
  •   Wißt ihr – Gott spielt immer fair!
  •   Er liegt zwar manchmal wie ein dicker Stein auf Deinem Lebensweg, denn er
    möchte Dir den richtigen Weg zeigen und ihn mit Dir gehen - ganz einfach,
    weil er Dich liebt!
  •   aber – Du hast die Wahl!
  •   Du kannst ganz elegant um diesen Stein, um das Kreuz, drum herum dribbeln
    und Dir vielleicht auch noch auf die Schulter klopfen, wie schlau Du doch bist
    und daß Du Gott doch überhaupt nicht brauchst!
  •   Du kannst weiterleben wie bisher
  •   Du kannst aber auch die Chance nutzen und Jesus als Kapitän in das Spiel
    Deines Lebens einwechseln
  •   als jemand, der Dich anstößt, Dir neue Hoffnung gibt, neue Kraft und jede
    Menge toller Ideen - wie z.B. diesen Gottesdienst heute!
  •   Jesus ist der, der dir Schwung gibt für einen Neuanfang!
  •   Wir beginnen diese neue Saison mit vielen Erwartungen, mit Vorfreude auf
    schöne und spannende Spiele und tolle Tore
  •   und mit der Hoffnung auf weitere Derby-Siege
  •   so ist das auch bei einem (Neu-)Anfang mit Gott!
  •   Wer sich von Gott anstoßen läßt, vielleicht auch wieder neu anstoßen läßt,
    wer eben nicht ängstlich um das Hindernis herum geht, sondern offen ist für einen neuen Anstoß, der wird auch wieder neue Hoffnung, Erwartungen, Wünsche und Träume haben
  •   einen wesentlichen Unterschied zwischen dem Anstoß durch Gott und dem Anstoß zu einer neuen Fußballsaison gibt es aber doch!
  •   Im Fußball gibt es immer wieder Enttäuschungen, da wird man enttäuscht von den Spielern, die offensichtlich vergessen haben, wie man richtig Fußball spielt, man wird enttäuscht vom Trainer, der sowieso immer die falschen Spieler einwechselt oder man wird enttäuscht von den gewaltbereiten Idioten, die sich „Fans“ nennen...
  •   bei Gott gibt es das nicht!
  •   Er enttäuscht uns nicht, niemals!
  •   Ich weiß – manche von euch denken jetzt: „Die hat gut reden!“ oder: „Das
    klingt zu gut, um wahr zu sein!“
  •   ich kann gut verstehen, daß ihr so denkt – aber da gibt’s nur eins – probiert es
    einfach selbst mal aus!
  •   Mach Gott, mach Jesus zum Eckstein Deines Lebens, gib' ihm die Chance, in
    Dein Leben zu treten
  •   werde selbst zu einem lebendigen Stein
  •   „Laßt euch von Gott als lebendige Steine in seinen geistlichen Tempel
    einbauen“ rät uns Petrus
  •   und dann zieh am Ende der Saison offen und ehrlich die Bilanz und Du wirst
    eines feststellen
  •   ganz egal, auf welchem Tabellenplatz unsere Mannschaft am Ende stehen
    wird – für Gott stehst DU immer auf dem ersten Platz!
    Anke Ballhausen
    - Diplom-Theologin - Emmerskamp 21
    45881 Gelsenkirchen-Schalke Mail:
    ankeballhausen@yahoo.de 

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